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Sharehood

Ausleihen statt kaufen, nebenan

Sharehood ist eine Nachbarschafts-App zum Ausleihen statt Kaufen: Werkzeug, Küchengeräte und Campingausrüstung, die man nur selten braucht, findet man auf einer Karte in der eigenen Nähe.

Ich habe die App als Soloprojekt gebaut, von Konzept und Figma-Design über die Flutter-App bis zum Supabase-Backend und dem laufenden Betrieb, veröffentlicht über meine Firma BLUNATECH GmbH.

Status
Live im App Store (seit 08/2026) und bei Google Play (seit 08/2026)
Plattform
iOS und Android (Flutter)
Rolle
Konzept, Design, Entwicklung, Betrieb (Soloprojekt)

Fallstudie von Fabian Bitzer 4 Min. Lesezeit

Sharehood ist eine Nachbarschafts-App für Menschen, die Werkzeug, Küchengeräte oder Campingausrüstung lieber ausleihen statt kaufen. Auf einer Karte findest du, was in deiner Nähe ungenutzt herumsteht, sendest bei Bedarf eine Umkreisanfrage und klärst Übergabe sowie Rückgabe direkt im Chat. Ich habe die App von Konzept bis Betrieb allein gebaut, veröffentlicht über meine Firma BLUNATECH.

Warum eine App fürs Ausleihen?

Die Bohrmaschine, die einmal im Jahr zum Einsatz kommt. Die Heißluftfritteuse, die seit dem Kauf zweimal benutzt wurde. Die Zelte und Isomatten, die im Keller stehen und außer im Sommerurlaub nie gebraucht werden. Solche Dinge zu kaufen kostet Geld und frisst Stauraum, gerade in Wohnungen. Gleichzeitig steht in fast jeder Nachbarschaft schon alles davon irgendwo ungenutzt herum, man weiß nur nicht, bei wem.

Sharehood setzt genau dort an: eine App fürs Ausleihen und Verleihen in der eigenen Nachbarschaft, kartenbasiert und hyperlokal. Zielgruppe sind urbane Haushalte, die sparen und nachhaltiger leben wollen und für die “Teilen statt kaufen” kein Slogan, sondern ein Alltagsproblem ist.

Der Unterschied zu bestehenden Apps: Kleinanzeigen und Vinted drehen sich ums Kaufen und Verkaufen, Versand statt Nähe. Nebenan.de ist ein allgemeines Nachbarschaftsnetzwerk, Leihen ist dort höchstens eine Randfunktion unter vielen. Sharehood macht nur eine Sache und die richtig: Gegenstände finden, die man kurz braucht, und Dinge verleihen, die man selbst nicht nutzt, ohne Marktplatz-Getöse und ohne Versand.

So funktioniert Sharehood

Der Ablauf ist bewusst auf drei Schritte reduziert.

Schritt Was passiert
Entdecken Eine Karte zeigt Gegenstände in der Nachbarschaft, gruppiert nach Kategorie, mit Entfernung und Preis pro Tag
Umkreisanfrage Nichts gefunden? Eine Anfrage geht direkt an alle im gewählten Umkreis, die schon einmal etwas aus der passenden Kategorie verliehen oder angegeben haben
Chat und Ausleihe Übergabe im Chat abstimmen, die Ausleihe mit einem Tipp starten, sobald der Gegenstand übergeben wurde, und das Rückgabedatum im Blick behalten

Eine Ausleihe beginnt also nicht automatisch mit der Zusage, sondern erst, wenn beide Seiten im Chat bestätigen, dass der Gegenstand tatsächlich übergeben wurde. Das Rückgabedatum ergibt sich aus der angegebenen Leihdauer, lässt sich bei Bedarf aber verlängern oder die Ausleihe vorzeitig beenden.

  1. Entdecken

    5 km um dich herum

  2. Umkreisanfrage

    Heckenschere

    3 Tage 5 km max. 5 € pro Tag

    Anfrage senden
  3. Chat und Ausleihe

    Wann kann ich sie abholen?

    Donnerstag um 10?

    ✓Ausleihe gestartet

Drei Schritte, schematisch mit Beispielgegenständen: in der Nähe auf der Karte finden, bei Bedarf eine Umkreisanfrage senden, dann die Übergabe im Chat abstimmen. Die Ausleihe beginnt erst, wenn beide Seiten sie bestätigen.

Funktionen im Alltag

  • Karte mit Kategorien: Werkzeug, Garten, Küche und mehr, mit Icons und Live-Standort, eigene Gegenstände werden ausgegraut, sobald sie gerade verliehen sind.
  • Umkreisanfrage: statt stundenlang die Karte zu durchsuchen, eine gezielte Anfrage an die Nachbarschaft mit Kategorie, Umkreis, Leihdauer und maximalem Preis.
  • Chat mit Leihstatus: Vorschlag annehmen, Übergabe abstimmen, Ausleihe starten, verlängern oder früher beenden, alles im selben Gespräch.
  • Eigenes Inventar: was du selbst verleihst, mit Fotos, Kategorie und Verfügbarkeit pflegen.
  • Melden und Blockieren: für den Chat, dahinter steht ein dokumentierter, menschlicher Moderationsprozess.
  • Push-Erinnerungen: für neue Anfragen und Nachrichten, auf iOS und Android.
Aus dem App-Store-Eintrag: Karte, Umkreisanfrage und der Chat mit Leihstatus.

Architektur und Technik

Sharehood ist ein Soloprojekt: Konzept, Figma-Design, Entwicklung, Store-Veröffentlichung und laufender Betrieb liegen bei mir. Herausgeber in den Stores ist meine Firma BLUNATECH GmbH.

App

Die App ist mit Flutter gebaut, eine Codebasis für iOS und Android. Die Architektur ist strikt vierschichtig, app -> business -> component -> foundation, jedes Feature-Modul folgt innerhalb von business dem MVVM-Muster mit View, ViewModel, Repository und Model. Von Anfang an bekam jedes Modul ein Repository-Interface plus eine Mock-Implementierung, noch bevor ein echtes Backend existierte. State-Management läuft über provider und ChangeNotifier, die Karte über flutter_map mit OpenStreetMap-Kacheln, der Standort über geolocator.

Backend

Im Hintergrund arbeitet Supabase: Postgres mit der PostGIS-Erweiterung für die echte Umkreissuche, die Distanz zum eigenen Standort wird serverseitig per PostGIS-Funktion berechnet statt geschätzt. Row Level Security trennt die Daten pro Nutzer, dazu kommen Edge Functions für die Kontolöschung und für Chat-Push. Push-Benachrichtigungen laufen auf Android über Firebase Cloud Messaging, auf iOS über die native APNs-Anbindung.

Web und Betrieb

Die Landingpage unter sharehoodapp.de ist eine eigenständige Astro-App im selben Repository wie die Flutter-App, deployed auf Vercel. FAQ und Erfahrungsberichte pflege ich über eine eigene, ebenfalls Supabase-gestützte Admin-Seite, die Website bleibt dabei vollständig statisch. Releases für beide Stores automatisiere ich mit fastlane.

Was ich beim Bauen gelernt habe

Mock-first zahlt sich beim Backend-Wechsel aus. Jedes Feature-Modul bekam von Anfang an ein Repository-Interface und eine Mock-Implementierung, lange bevor Supabase angebunden war. Als das echte Backend kam, mussten nur neue Implementierungen dieser Interfaces ergänzt werden, an Views und ViewModels musste ich nichts anfassen.

Ein automatischer Security-Advisor hat nicht immer recht. Supabase meldete für die PostGIS-eigene Tabelle spatial_ref_sys einen kritischen Fund: Row Level Security sei nicht aktiviert, öffentlich lesbar und beschreibbar. Klang nach einer echten Lücke. Die Root-Cause-Analyse zeigte aber: Die Standardempfehlung, RLS einfach einzuschalten, hätte ST_Transform kaputt gemacht, weil die PostGIS-Installation in diesem Projekt nicht “relocatable” ist und die Referenzsysteme dann nicht mehr gefunden hätte. Die richtige Lösung war eine minimale Read-Only-Policy statt der automatisch vorgeschlagenen.

Ein Chat mit Nutzerinhalten braucht einen Menschen dahinter. Apple verlangt für Apps mit direkten Nachrichten zwischen Nutzenden nicht nur eine Melde- und eine Blockierfunktion, sondern auch einen Moderationsprozess, der innerhalb von 24 Stunden reagiert. Die Funktionen in der App allein reichen dafür nicht, dazu kommt ein dokumentierter, manueller Prozess für die Meldungen, die in der Datenbank landen.

Sharehood ausprobieren

Sharehood ist seit August 2026 im deutschen App Store als “Sharehood: Leihen & Teilen” und seit dem 27. August 2026 auch bei Google Play verfügbar, komplett kostenlos und ohne Werbung oder In-App-Käufe. Der Pilotbetrieb läuft aktuell im Raum Mannheim, weitere Städte sollen folgen.

Die App gibt es für iPhone und Android, mehr Infos auf sharehoodapp.de. Fragen oder Feedback zur App? Schreib mir an kontakt@bitzer-fabian.de.

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